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August 1986
Anaheim, Kalifornien


An einem Nachmittag im August 1986 betrat ein aufgeregter Mann die Polizeiwache in Anaheim, Kalifornien. Er erzählte den Beamten, sein 44-jähriger Sohn Frank habe sich heute ein Kleinkalibergewehr und 300 Schuss Munition gekauft. Sein Sohn, sagte der Mann, sei psychisch krank und habe ihm mitgeteilt, er wolle mit dem Gewehr zum örtlichen Gerichtsgebäude gehen, um dort so viele Menschen wie möglich zu töten. Der Vater erzählte weiter, dass sich sein Sohn dann allerdings zuhause verschanzt und seine Mutter als Geisel genommen habe.
Die erste Polizeistreife, die nach der Alarmierung bei dem Haus eintraf, riegelte zuerst den Tatort ab und nahm dann telefonischen Kontakt zu dem 44-jährigen auf. Da die Situation sich aber nicht besserte und Frank nicht auf die Anweisungen der Polizisten reagierte, wurde das SWAT-Team des Anaheim Police Department in den Einsatz mit einbezogen.

Anaheim SWAT-Trupp, Aufnahme vom April 2000 Nach dem Eintreffen des SWAT-Teams nahm ein für derartige Situationen besonders geschulter Verhandler Kontakt zu dem Geiselnehmer auf und verwickelte ihn in ein Gespräch.
Nach ein paar Stunden gelang es, Frank dazu zu überreden, seine Mutter unverletzt frei zu lassen. Aber nur ein paar Minuten später, als schon jeder erwartete, der 44-jährige würde jetzt aufgeben, erschien der Mann in der Haustür, gab mehrere Schüsse auf ein in der Nähe parkendes Fahrzeug ab und verschwand wieder im Haus.
Die telefonischen Verhandlungen begannen also erneut, dieses Mal aber ohne große Erfolge. Nach einigen weiteren Stunden entschied sich der Einsatzleiter, Tränengas einzusetzen. Während der nächsten 15 Stunden wurden über 40 Tränengasgranaten in das Haus geschossen. Die Reizgaskonzentration im Haus war so hoch, dass die Beamten, die sich direkt neben dem Haus befanden, Atemschutzmasken aufziehen mussten. Auf Frank hatte das Gas allerdings keinen erkennbaren Effekt, ein Umstand, der im Zusammenhang mit psychisch Kranken und Drogenkonsumenten ab und zu eintritt. (Pfefferspray wirkt in solchen Fällen deutlich besser, stand aber zu dieser Zeit noch nicht zur Verfügung.)
Am nächsten Morgen fragte der Mann nach Zigaretten und der Verhandler ließ zwei Stück auf die vordere Terrasse des Hauses legen. Die Polizisten bemerkten, dass Frank sein Gewehr im Haus liegen ließ, als er die Zigaretten holte. Frank verlangte noch mehrere Male nach Zigaretten. Die Polizei gab seinen Forderungen nach, platzierte die Zigaretten aber immer ein Stück weiter von der Haustür entfernt und jedes Mal erschien der Mann unbewaffnet vor dem Haus.

Da man ja schon wusste, dass chemische Waffen keine Resultate bringen würden, entschied man sich, anders vorzugehen. Wenn Frank auch bei der nächsten Gelegenheit wieder das Haus unbewaffnet verlassen sollte, würden einige SWAT-Mitglieder versuchen, ihn zu überwältigen. Zugleich sollte eine zweite Gruppe durch die Hintertür ins Haus eindringen, das Gewehr sicher stellen und verhindern, dass Frank sich wieder im Haus verschanzen könnte. In das Haus zu gelangen war kein Problem, da die Hintertür ebenfalls durch Schüsse, die Frank auf die Polizisten abgegeben hatte, stark beschädigt war.

Wie erwartet, verlangte der Mann ein weiteres Mal nach Zigaretten, worauf alle am Zugriff beteiligten Polizisten in Stellung gingen. Und ebenfalls wie erwartet verließ Frank das Haus wieder ohne sein Gewehr.
Als er sich bückte, um die Zigaretten auf zu heben, näherte sich ihm ein mit einem Tränengas-Granatwerfer (Kaliber 37 mm) bewaffneter Beamter bis auf etwa 2 Meter und schoss auf ihn mit einer Granate, die für kurze Flugdistanzen ausgelegt war und daher nur eine relativ niedrige kinetische Energie besaß. Die Granate traf Frank an der Brust und riss ihn von den Füßen. Obwohl ihm das ausströmende Tränengas nicht viel ausmachte, war er von dem Zündblitz der Granate für einige Sekunden beblendet worden. Die restlichen Beamten verließen ihre Positionen und Frank wurde ohne weitere Verletzungen überwältigt und verhaftet.